So nach langer Zeit gibt es mal wieder etwas neues :)
Trüber, grauer Nebel waberte über das Ufer des Sees vor dem ich stand. Mir lief es eiskalt den Rücken herunter. Sie würden schon bald hier sein und ich hatte ihnen das Tor geöffnet. Was hatte ich mir nur gedacht, dass Tor zur Hölle zu öffnen, damit die Welt ins Chaos zu stürzen und sie wahrscheinlich zu zerstören?
Richtig! Ich hatte - wie üblich - nicht gedacht!
Wieder hatte ich gehandelt, nur um sie zu beschützen! Wenn mein Bruder noch leben würde, hätte er mir wohl kräftig den Arsch aufgerissen, doch letzten Endes hätte er mir dennoch den Rücken freigehalten. Schon immer war er der Kopf und ich die Muskeln gewesen. Allerdings hätte er mich gefragt, ernst wie er nun einmal war, ob sie es Wert war, dafür den Weltuntergang herbeizuführen.
Und verdammt ja, sie war all das hier Wert!
Sie war meine Göttin - im wahrsten Sinne des Wortes. Einst hat sie mir mein Leben gerettet und dafür habe ich es ihr geschenkt. Mein Leben war nun an das ihre geknüpft. Selbst wenn ich wollte, konnte ich nicht anders als sie zu beschützen.
"Bitte", flehte ihr Stimme verzweifelt hinter mir und ich brauchte sie nicht einmal ansehen um zu wissen, dass sie Tränen in den Augen hatte. "Das kann nicht die Lösung sein. Bitte, Dante, noch bleibt uns etwas Zeit das Tor wieder zu schließen."
"Sie werden dich töten, wenn ich es wieder verschließe, nein, dass kann ich nicht zulassen!"
"Mein Leben ist ein solches Massaker doch gar nicht Wert, Dante! Schließe sofort das Tor!" Ihre Verzweiflung hatte ihrer Wut platz gemacht und sie hatte wieder diesen erhabenen Ton angeschlagen, den ich so sehr hasste.
"Wenn du willst, dass ich es schließe, dann zwing mich dazu!", knurrte ich wütend. "Befehlt es mir Herrin und ich werde gehorchen." Wenn es etwas gab, dass sie wirklich hasste, dann dass ich sie förmlich ansprach, wenn ich ihr das Gefühl vermittelte, dass sie mir überlegen war. Auch wenn es der Wahrheit entsprach, denn sie war nun mal eine Göttin und ich war ein einfacher Söldner, vertraute nur mir selbst und seit dem sie da war, vertraute ich auch ihr.
Für einen Moment war es totenstill, dann donnerte ihre göttliche Stimme los: "Dante, ich befehle dir das Tor zur Hölle zu schließen! Sofort!"
Ich konnte ihre göttliche Macht in jeder Faser meines Körpers spüren, konnte nicht anders als mich ihrem Willen zu beugen und das Tor zu schließen.
Mit beiden Händen umfasste ich den eisigen Griff des Schwertes, dass ich zuvor in den großen Stein gestoßen hatte, um das Tor zu öffnen. Jetzt allerdings zog ich es in einer sauberen, fließenden Bewegen aus dem Stein heraus, wirbelte zu ihr herum und stürzte mich in den dichten Nebel, der uns bereits vollständig umgab...
Keuchend und schweißgebadet fuhr ich aus dem Schlaf. Wieder dieser Traum. Ein Traum, der sich jedes Mal so echt anfühlte, sodass ich immer noch diese gewaltige Macht spüren konnte, die nur von einem Gott oder einer Göttin - meiner Göttin - ausgehen konnte. Langsam schob ich die Beine aus meinem Bett und richtete mich auf. Ich verstand diesen Traum einfach nicht. Jedes Mal war es danach so, als wäre alles in meinem Leben ein Traum und dieser abstruse Traum wäre die Wirklichkeit.
Auf der anderen Seite des Raumes lag mein Bruder in seinem Bett und schlief...
In diesem Blog entführe ich euch in meine Welt und lasse euch an meinen Geschichten teilhaben.
Dienstag, 3. November 2015
Samstag, 16. Mai 2015
Tief Verletzt
Nur weil ich an einem Scheideweg stand hieß es nicht, dass ich nicht wusste, wohin ich gehen musste, ganz gleich ob ich ihn damit verletzten würde. Für mich würde diese Entscheidung nicht leicht werden, aber er hatte mich zu sehr weh getan.
Er war einfach gegangen, als ich ihm am meisten gebraucht hatte und jetzt war ich noch nicht bereit ihm zu verzeihen. Dort wo einmal unerschütterliches Vertrauen war ist nun ein großes Loch.
Wo er nun so vor mir stand, war ich mir plötzlich gar nicht mehr so sicher, dass ich ihn wirklich wegschicken konnte, aber ich brauchte Abstand!
"Ich habe dich verletzt und das tut mir leid!"
"Es ist schlimmer als das! Ich habe dich angefleht zu bleiben, ich habe dir gesagt, dass es keinen größeren Verrat gibt, als mich zu verlassen und du bist dennoch gegangen!"
"Ich dachte, so könnte ich dich beschützen", bemühte er sich zu erklären, doch ich kannte seine Argumente schon, es waren die selben wie damals.
"Du kannst mich nicht vor dem Schicksal beschützen!"
"Und ich konnte nicht tatenlos dabei zusehen, wie ich deinen Tod verursachen würde, denn danach sah alles aus!" Er schrie mich zornig an. "Ja und jetzt halte mir noch vor, dass ich dich gar nicht töten kann! Ich habe dich allein gelassen und damit fürchterlich verletzt, aber ich möchte dich dennoch bitten, mir zu verzeihen. All das habe ich nur getan, weil ich dich liebe und ich einfach nicht in einer Welt ohne dich leben kann!"
"Ich kann es nicht, es tut mir leid, noch nicht! Jetzt möchte ich fürs erste meine Ruhe haben und allein sein", erwiderte ich und drehte ihm den Rücken zu und starrte aus dem Fenster. Draußen ging gerade die Frühlingssonne unter, die für einen sehr warmen Tag gesorgt hatte. An diesem Nachmittag war ich mit meiner kleinen Nichte draußen und sie hat ihre ersten Schritte gemacht. Und jetzt bekam der Abend so ein schreckliches Ende.
"Ich liebe dich und irgendwann wirst du mir verzeihen können..."
Ehe ich etwas erwidern konnte, war er auch schon verschwunden und war allein. Wieder.
Er war einfach gegangen, als ich ihm am meisten gebraucht hatte und jetzt war ich noch nicht bereit ihm zu verzeihen. Dort wo einmal unerschütterliches Vertrauen war ist nun ein großes Loch.
Wo er nun so vor mir stand, war ich mir plötzlich gar nicht mehr so sicher, dass ich ihn wirklich wegschicken konnte, aber ich brauchte Abstand!
"Ich habe dich verletzt und das tut mir leid!"
"Es ist schlimmer als das! Ich habe dich angefleht zu bleiben, ich habe dir gesagt, dass es keinen größeren Verrat gibt, als mich zu verlassen und du bist dennoch gegangen!"
"Ich dachte, so könnte ich dich beschützen", bemühte er sich zu erklären, doch ich kannte seine Argumente schon, es waren die selben wie damals.
"Du kannst mich nicht vor dem Schicksal beschützen!"
"Und ich konnte nicht tatenlos dabei zusehen, wie ich deinen Tod verursachen würde, denn danach sah alles aus!" Er schrie mich zornig an. "Ja und jetzt halte mir noch vor, dass ich dich gar nicht töten kann! Ich habe dich allein gelassen und damit fürchterlich verletzt, aber ich möchte dich dennoch bitten, mir zu verzeihen. All das habe ich nur getan, weil ich dich liebe und ich einfach nicht in einer Welt ohne dich leben kann!"
"Ich kann es nicht, es tut mir leid, noch nicht! Jetzt möchte ich fürs erste meine Ruhe haben und allein sein", erwiderte ich und drehte ihm den Rücken zu und starrte aus dem Fenster. Draußen ging gerade die Frühlingssonne unter, die für einen sehr warmen Tag gesorgt hatte. An diesem Nachmittag war ich mit meiner kleinen Nichte draußen und sie hat ihre ersten Schritte gemacht. Und jetzt bekam der Abend so ein schreckliches Ende.
"Ich liebe dich und irgendwann wirst du mir verzeihen können..."
Ehe ich etwas erwidern konnte, war er auch schon verschwunden und war allein. Wieder.
Dienstag, 31. März 2015
Entscheidungen...
Die Bäume knarrten und bogen sich im Sturm, der Regen prasselte nur so auf sie ein. Von dem sonnigen, warmen Tag ist nichts mehr übrig geblieben geblieben, aber das Lächeln wärmte jedem das Herz. Sie strahlte bis über beide Ohren und konnte den tollen Nachmittag mit dem mysteriösen Fremden nicht vergessen. Auch wenn sie sich vorher nie begegnet sind, kam es ihr dennoch so vor als könne sie ihm alles anvertrauen.
Eigentlich hätte sie da schon stutzig werden müssen. Das ganze Treffen, was eigentlich zufällig gewesen war, war aber alles andere als das gewesen, denn er hatte sie schon seit Wochen beobachtet und auf den passenden Moment abgewartet um sie anzusprechen. Er war nicht verrückt oder so! Er war einfach nur von ihr fasziniert. Ihm war völlig unklar, wie man so ruhig und lieb sein konnte, wie sie es immer war.
In all der Zeit hatte sie sich nie mit irgendwem gestritten oder auch nur ein hitzige Diskussion gehabt. Sobald es irgendwie Unstimmigkeiten gegeben hatte, schaffte sie es ihr gegenüber umzustimmen oder sie gab nach und schloss sie der anderen Meinung an. Auch wenn sie im Recht war.
Und jetzt wo er sie kennengelernt hat, war er einfach hin und weg. Sie war nicht nur bildhübsch und freundlich sondern auch intelligent und charmant. Er freute sich schon darauf sie bald wiederzutreffen und sich dabei nicht wieder verstecken zu müssen.
Weil er noch immer so verzückt war, hatte er sie aus den Augen verloren und hatte keine Ahnung, wo er nach ihr suchen sollte...
Wie oft hatte man ihr schon gesagt, sie solle nicht abends spät durch den kleinen Wald laufen? Schon gar nicht allein! Aber heute fühlte sie sich einfach unbesiegbar und ignorierte jede Warnung. Es war schon spät und bei diesem schrecklichen Regen wollte sie nur noch nach Hause.
Doch sie hätte lieber den Weg an der Straße nehmen sollen, denn heute würde es eine weitere Begegnung geben, mit jemandem, der ihr nicht so wohlgesonnen sein würde...
Es war so töricht zu glauben, es könne ihr nicht passieren...
Eigentlich hätte sie da schon stutzig werden müssen. Das ganze Treffen, was eigentlich zufällig gewesen war, war aber alles andere als das gewesen, denn er hatte sie schon seit Wochen beobachtet und auf den passenden Moment abgewartet um sie anzusprechen. Er war nicht verrückt oder so! Er war einfach nur von ihr fasziniert. Ihm war völlig unklar, wie man so ruhig und lieb sein konnte, wie sie es immer war.
In all der Zeit hatte sie sich nie mit irgendwem gestritten oder auch nur ein hitzige Diskussion gehabt. Sobald es irgendwie Unstimmigkeiten gegeben hatte, schaffte sie es ihr gegenüber umzustimmen oder sie gab nach und schloss sie der anderen Meinung an. Auch wenn sie im Recht war.
Und jetzt wo er sie kennengelernt hat, war er einfach hin und weg. Sie war nicht nur bildhübsch und freundlich sondern auch intelligent und charmant. Er freute sich schon darauf sie bald wiederzutreffen und sich dabei nicht wieder verstecken zu müssen.
Weil er noch immer so verzückt war, hatte er sie aus den Augen verloren und hatte keine Ahnung, wo er nach ihr suchen sollte...
Wie oft hatte man ihr schon gesagt, sie solle nicht abends spät durch den kleinen Wald laufen? Schon gar nicht allein! Aber heute fühlte sie sich einfach unbesiegbar und ignorierte jede Warnung. Es war schon spät und bei diesem schrecklichen Regen wollte sie nur noch nach Hause.
Doch sie hätte lieber den Weg an der Straße nehmen sollen, denn heute würde es eine weitere Begegnung geben, mit jemandem, der ihr nicht so wohlgesonnen sein würde...
Es war so töricht zu glauben, es könne ihr nicht passieren...
Samstag, 28. März 2015
Ein Hauch von Nichts
Nichts...
Das war alles, was von meinem Leben übrig war.
Als ich noch gelebt habe, als ich noch einen Grund hatte, Tag für Tag aufzustehen und jeden Tag zu leben, wusste ich nicht, wie es sich anfühlte Tod zu sein. Es war schrecklich! Schmerz und Trauer waren mir als einziges geblieben und mir war klar, schon in der ersten Sekunde, dass ich so nicht weiter machen konnte - geschweige denn weiter machen wollte!
Jetzt stand ich hier oben, auf irgendeiner Brücke und starrte in den Fluss unter mir. Kalter Wind peitschte mir ins Gesicht und riss an meinen Kleidern.
Seit er mich verlassen hatte - seit er gegangen war - war nicht viel Zeit vergangen, aber ich wollte ihm folgen! Jede Faser meines Körpers verlangte es sogar von mir!
"SPRING!", schrie er, "GEH ZU IHM!"
So unerträglich der Verlust von ihm auch war und so sehr ich mir wünschte wieder bei ihm zu sein, wusste ich nicht, ob es der richtige Weg war jetzt einfach zu springen. Aber was hielt mich denn schon hier?
Schmerz und Trauer...
Das konnte doch nicht alles sein? Dafür sollte ich noch einen einzigen Tag länger aufstehen? Nur noch einen Tag länger diese Farce ertragen?
"NEIN!"
Ich kann mich frei entscheiden...
Das war alles, was von meinem Leben übrig war.
Als ich noch gelebt habe, als ich noch einen Grund hatte, Tag für Tag aufzustehen und jeden Tag zu leben, wusste ich nicht, wie es sich anfühlte Tod zu sein. Es war schrecklich! Schmerz und Trauer waren mir als einziges geblieben und mir war klar, schon in der ersten Sekunde, dass ich so nicht weiter machen konnte - geschweige denn weiter machen wollte!
Jetzt stand ich hier oben, auf irgendeiner Brücke und starrte in den Fluss unter mir. Kalter Wind peitschte mir ins Gesicht und riss an meinen Kleidern.
Seit er mich verlassen hatte - seit er gegangen war - war nicht viel Zeit vergangen, aber ich wollte ihm folgen! Jede Faser meines Körpers verlangte es sogar von mir!
"SPRING!", schrie er, "GEH ZU IHM!"
So unerträglich der Verlust von ihm auch war und so sehr ich mir wünschte wieder bei ihm zu sein, wusste ich nicht, ob es der richtige Weg war jetzt einfach zu springen. Aber was hielt mich denn schon hier?
Schmerz und Trauer...
Das konnte doch nicht alles sein? Dafür sollte ich noch einen einzigen Tag länger aufstehen? Nur noch einen Tag länger diese Farce ertragen?
"NEIN!"
Ich kann mich frei entscheiden...
Mittwoch, 25. Februar 2015
Willkommen in der Hölle
Entgegen allem, was man so hört, war es in der Hölle nicht heiß, es war nicht einmal warm, sondern kalt. Eiskalt. Es gab kein Leben. Nur noch Kälte und Eis.
Seit er mich hier her gebracht hat ist eine Menge Zeit vergangen. Wie viel genau wusste ich nicht. Es scheint als würde Zeit hier auch überhaupt keine Rolle spielen. Das Einzige was hier zählte war es ihn glücklich zu machen. Denn nur dann würde ich irgendwann wieder gehen dürfen. Und ich wollte gehen, so dringend wollte ich hier weg! Noch nie zuvor wollte ich etwas so sehr, wie verschwinden! Zumindest war es mein einziger Halt, den ich noch hatte um nicht alles zu vergessen. Auch wenn er wollte, dass ich alles vergaß.
In der Ferne hörte ich ein Quitschen und dann ein lautes Knallen.
Er kommt.
Jeder Muskel in meinem Körper verspannte sich vor Angst, was er heute wieder tun würde. Lange würde ich es nicht mehr aushalten, egal, wie gerne ich weggehen wollte, aber mein Körper war schon so ausgelaugt, dass ich nicht wusste, wie lange ich noch hatte.
"Was liegst du da so faul herum?", blaffte er und trat mit voller Wucht nach mir. Leise stöhnte ich auf und bekam dafür gleich noch ein Schlag ins Gesicht. "Willst du jetzt auch noch heul'n?"
Ich unterdrückte jede Regung eines Gefühls, um nicht vielleicht doch noch etwas dummes zu tun oder zu sagen.
"Jetzt steh endlich auf!", brüllte er, weil ich mich nicht bewegte und packte mich in den Haaren und riss mich brutal hinauf. Taumelnd kam ich kurz zum Stehen, bevor meine Knie nachgaben und wieder in den Dreck fiel. Er lachte lauthals auf und spuckte dabei. Es war einfach widerlich - nein, er war widerlich!
"Du hättest bei mir bleiben sollen! Du hättest mich lieben sollen! Bis das der Tod uns Scheidet! Das ist es, was du versprochen hast! Dann stirbt!"
Es folgten zahllose Schläge und Tritte. Ich schrie und wollte, dass er aufhörte, aber er ließ sich davon nicht abhalten. Ganz im Gegenteil, er genoss meine Schreie. Je lauter ich schrie, desto fester schien er zuzuschlagen.
Bald schon verschwamm alles, der Schmerz, sein höhnisches Lachen und die Dunkelheit. Doch plötzlich wurde sie je von Licht unterbrochen und fremde Stimmen drangen zu mir. Allerdings konnte ich nicht verstehen was sie sagten. Ich war müde und ich wollte nur noch schlafen.
Ein leises, monotones Piepsen weckte mich und ich spürte eine merkwürdige, aber angenehme Wärme auf meinem Gesicht und hinter meinen geschlossenen Liedern brannte Licht. Als ich die Augen öffnete mussten diese sich erst an das grelle Licht gewöhnen.
"Ruf Charles!", rief jemand neben mir aufgeregt. Ich kannte die Stimme, da war ich mir sicher, aber ich konnte sie nicht zuordnen. Endlich hatten sich meine Augen an das Licht gewöhnt, da erkannte ich, wem die Stimme gehörte. Meiner kleinen Schwester!
"Wo bin ich?", fragte ich mit heiserer Stimme und versuchte mich umzusehen. Alles war weiß, die Decke, die Wände, die Bettwäsche und es roch an Putzmittel.
"Du bist im Krankenhaus", antwortete eine männliche, raue Stimme, mein Vater. Er kam zu meinem Krankenbett und setzte sich zu mir und küsste mich unzählige Male auf die Stirn. Ich konnte es kaum glauben! Endlich war ich wieder zu Hause. Durfte meine persönliche Hölle verlassen und noch einmal neu anfangen, dass hatte ich mir so sehr gewünscht.
"Schlaf noch ein bisschen, der Arzt hat gesagt, dass du viel Schlaf und Ruhe brauchst", sagte mein Vater und strich mir sanft über mein Haar. "Ich werde hier bleiben, in Ordnung?"
"Ja", antwortete ich und es dauerte wirklich nicht lange,bis ich wieder eingeschlafen war. Alles in mir brauchte Ruhe, wollte eine Woche durchschlafen.
KLATSCH!
"Hör auf zu Träumen!"
Seit er mich hier her gebracht hat ist eine Menge Zeit vergangen. Wie viel genau wusste ich nicht. Es scheint als würde Zeit hier auch überhaupt keine Rolle spielen. Das Einzige was hier zählte war es ihn glücklich zu machen. Denn nur dann würde ich irgendwann wieder gehen dürfen. Und ich wollte gehen, so dringend wollte ich hier weg! Noch nie zuvor wollte ich etwas so sehr, wie verschwinden! Zumindest war es mein einziger Halt, den ich noch hatte um nicht alles zu vergessen. Auch wenn er wollte, dass ich alles vergaß.
In der Ferne hörte ich ein Quitschen und dann ein lautes Knallen.
Er kommt.
Jeder Muskel in meinem Körper verspannte sich vor Angst, was er heute wieder tun würde. Lange würde ich es nicht mehr aushalten, egal, wie gerne ich weggehen wollte, aber mein Körper war schon so ausgelaugt, dass ich nicht wusste, wie lange ich noch hatte.
"Was liegst du da so faul herum?", blaffte er und trat mit voller Wucht nach mir. Leise stöhnte ich auf und bekam dafür gleich noch ein Schlag ins Gesicht. "Willst du jetzt auch noch heul'n?"
Ich unterdrückte jede Regung eines Gefühls, um nicht vielleicht doch noch etwas dummes zu tun oder zu sagen.
"Jetzt steh endlich auf!", brüllte er, weil ich mich nicht bewegte und packte mich in den Haaren und riss mich brutal hinauf. Taumelnd kam ich kurz zum Stehen, bevor meine Knie nachgaben und wieder in den Dreck fiel. Er lachte lauthals auf und spuckte dabei. Es war einfach widerlich - nein, er war widerlich!
"Du hättest bei mir bleiben sollen! Du hättest mich lieben sollen! Bis das der Tod uns Scheidet! Das ist es, was du versprochen hast! Dann stirbt!"
Es folgten zahllose Schläge und Tritte. Ich schrie und wollte, dass er aufhörte, aber er ließ sich davon nicht abhalten. Ganz im Gegenteil, er genoss meine Schreie. Je lauter ich schrie, desto fester schien er zuzuschlagen.
Bald schon verschwamm alles, der Schmerz, sein höhnisches Lachen und die Dunkelheit. Doch plötzlich wurde sie je von Licht unterbrochen und fremde Stimmen drangen zu mir. Allerdings konnte ich nicht verstehen was sie sagten. Ich war müde und ich wollte nur noch schlafen.
Ein leises, monotones Piepsen weckte mich und ich spürte eine merkwürdige, aber angenehme Wärme auf meinem Gesicht und hinter meinen geschlossenen Liedern brannte Licht. Als ich die Augen öffnete mussten diese sich erst an das grelle Licht gewöhnen.
"Ruf Charles!", rief jemand neben mir aufgeregt. Ich kannte die Stimme, da war ich mir sicher, aber ich konnte sie nicht zuordnen. Endlich hatten sich meine Augen an das Licht gewöhnt, da erkannte ich, wem die Stimme gehörte. Meiner kleinen Schwester!
"Wo bin ich?", fragte ich mit heiserer Stimme und versuchte mich umzusehen. Alles war weiß, die Decke, die Wände, die Bettwäsche und es roch an Putzmittel.
"Du bist im Krankenhaus", antwortete eine männliche, raue Stimme, mein Vater. Er kam zu meinem Krankenbett und setzte sich zu mir und küsste mich unzählige Male auf die Stirn. Ich konnte es kaum glauben! Endlich war ich wieder zu Hause. Durfte meine persönliche Hölle verlassen und noch einmal neu anfangen, dass hatte ich mir so sehr gewünscht.
"Schlaf noch ein bisschen, der Arzt hat gesagt, dass du viel Schlaf und Ruhe brauchst", sagte mein Vater und strich mir sanft über mein Haar. "Ich werde hier bleiben, in Ordnung?"
"Ja", antwortete ich und es dauerte wirklich nicht lange,bis ich wieder eingeschlafen war. Alles in mir brauchte Ruhe, wollte eine Woche durchschlafen.
KLATSCH!
"Hör auf zu Träumen!"
Donnerstag, 22. Januar 2015
Wiedersehen (Teil 2)
Endlich kommt der zweite Teil der Geschichte
Teil 2:
Es gab kein Entkommen! Wir saßen in der Falle und ich
wusste einfach nicht, wie wir aus diesem Schlamassel lebend rauskommen sollten.
Vor allem, weil sie bewaffnet waren! Bevor ich auch nur einen entwaffnen konnte
hätte der Rest mich schon erschossen! Und Taylor! Er hatte mit all dem doch gar
nichts zu tun! Aber sie würden ihn dennoch umbringen, einfach nur, weil er mit
mir geredet hatte.
Ich zwang mich ruhig zu bleiben! Es gab immer einen
Ausweg, ich musste ihn nur noch finden! Also sah ich mich abermals um. Hinter
uns war ein kleiner See und es war der einzige Fluchtweg, allerdings war es
nicht ungefährlich. Wenn wir wirklich in den See sprangen und auf eine andere
Seite schwammen, konnten unsere Angreifer außen um den See laufen und uns so
jeden Fluchtweg abschneiden würden. Dann würden wir in der Falle sitzen und sie
bräuchten nur warten bis wir so schwach wurden, bis wir schließlich ertranken.
Das war ein fürchterlicher Plan, aber mir fiel einfach
nichts Besseres ein!
„Jetzt haben wir dich endlich!“, höhnte einer der
bewaffneten Männer.
„Wer sind die?“, fragte Taylor verwirrt und seine Stimme
zitterte.
„Jäger“, erwiderte ich mit zusammengebissenen Zähnen.
„Jäger?“, fragte er ungläubig. „Und was jagen sie?“
„Jetzt gerade? Mich!“ Während ich ihm antwortete achtete
ich darauf, dass mich niemand sonst hören konnte. „Ich hoffe du kannst
schwimmen! Wenn ich dir ein Zeichen geben, rennst du in den See und schwimmst
so schnell du kannst, davon!“
„Was gibt’s denn da zu tuscheln?“, fragte der Mann wieder
und sah mich wütend an. Jetzt war jeder Hohn aus seiner Stimme gewichen.
Wenigstens etwas! Mir kam da ein Gedanke, der eventuell für eine kleine
Ablenkung sorgen könnte, aber ich wusste nicht, ob es schnell genug ging, aber
so wie ich es sah, blieb uns eh nichts anderes übrig.
Also begann ich mich auf dicken, undurchdringlichen Nebel
zu konzentrieren, der den Jägern die Sicht und die Orientierung nehmen sollte.
Und es schien zu funktionieren, nur langsamer als erhofft. Von der Mitte des
Sees aus kam kalter, dicker Nebel und hüllte uns nach und nach völlig ein, bis
wir vollkommen darin verschwanden.
„Was?“, fragte einer der Jäger. „Woher kommt denn
plötzlich der Nebel?“
„Das war sie!“, schrie der Jäger, der davor schon mit uns
gesprochen hatte, offensichtlich war er sowas wie ihr Anführer. „Tötet sie!
Tötet sie beide!“
„Lauf!“, schrie ich Taylor an, konnte ihn allerdings
nicht mehr im Nebel sehen. Kurz zögerte ich, wollte hören, ob Taylor wirklich
ins Wasser rannte. Das war eine dumme Idee! Gleich drauf hörte ich laute
Schüsse und Pistolenkugeln flogen an mir vorbei. Jetzt zögerte ich keine
weitere Sekunde, sondern rannte in den See. Ich war schon bis zu den Knien im
Wasser, als mich eine Kugel in die linke Schulter traf. Der Schmerz ließ mich
aufschreien und ich verlor beinahe das Gleichgewicht, doch ich schaffte es
gerade stehen zu bleiben. Aber ich erlaubte mir nicht auf der Stelle zu
verweilen, sondern watete noch tiefer ins kalte Wasser.
„Hier bist du“, flüsterte Taylor und stand plötzlich vor
mir. „Du blutest! Ziemlich stark!“
„Egal, wir müssen weg, sie kommen näher!“ Ich drückte ihn
zur Seite, griff dabei seine Hand und zog ihn hinter mir her. Wir mussten hier
weg, alles andere war nicht wichtig!
Wir schwammen auf die andere Seite des Sees und
erreichten dieses, bevor der Nebel sich ganz verzogen hatte. Leises
Stimmengewirr drang zu uns vor und wir konnten sie fluchen hören, aber ich ließ
mich davon ablenken, sondern rannte weiter! Raus aus dem Park und die Straße
entlang. Ich wollte so viel Abstand zwischen die Jäger und uns bringen, wie es
ging.
Die Wunde in meiner Schulter schmerzte höllisch und ich wusste, dass der Blutverlust mir noch zu schaffen machen würde, aber jetzt durfte ich mir nicht erlauben darüber nachzudenken. Wir rannten einfach und ignorierten jeden Schmerz.
Ich wusste nicht einmal wohin wir rannten, aber plötzlich standen wir vor dem Haus meiner Familie. Jemand riss von innen die Tür auf und trat hinaus. Mein Onkel. Ehe ich auch nur von einen Schritt machen konnte, gaben meine Knie nach.
Freitag, 2. Januar 2015
Wiedersehen (Teil 1)
Lang lang ist her – ich weiß ^^
Und zum Start ins neue Jahr gibt es eine Geschichte
Naja zumindest den ersten Teil:
Langsam schlenderte ich durch den dunklen Park. Meine
Tante und mein Onkel würden zwar ausflippen, weil ich zu spät kommen würde und,
was noch schlimmer war als zu spät kommen, war die Tatsache, dass ich schon
wieder im Dunkeln durch den Park ging. Die Ansprache konnte ich schon jetzt
hören. So sehr ich die Beiden auch liebte, aber sie waren immer so
überführsorglich. Meine Tante sagte, dass läge daran, weil meine Mutter nicht
in der Lage war, sich um mich zu kümmern.
Der Wind blies kalt und ich zog meine Jacke fester um
mich herum. Hätte ich doch nur heute Morgen eine Mütze und einen Schal
angezogen, dachte ich frustriert. Mit einer Hand griff ich in die Jackentasche,
versuchte mein Handy rauszuziehen, aber es klemmte und ich blieb stehen um mich
auf dieses Problem konzentrieren zu können. Blödes Teil! Ich riss so lange an
dem Teil, bis es herausflog und einige Meter vor mir auf dem Boden landete. Ja,
klasse! Das war ja jetzt klar!
Gerade als ich das blöde Ding aufgehoben hatte, knallte
ich mit jemandem zusammen. Durch den harten Zusammenstoß kam ich ins Straucheln
und verlor das Gleichgewicht. Ich fiel auf den Hintern und schrie erschrocken
auf.
„Oh man, das tut mir voll Leid!“, sagte eine männliche
Stimme über mir. „Hast du dir wehgetan?“
Als ich zu ihm auf sah, erkannte ich den großen,
gutaussehenden Kerl. Taylor. Wir waren früher mal im selben Jahrgang auf einer
Schule gewesen, doch während er immer zu dem Beliebten gehört hatte, war ich
immer die ruhige, zurückhaltende, die niemandem weiter auffiel und schon gar
nicht ihm. Das war allerdings schon zwei Jahre her und dann habe ich ihn
zufällig bei einer Freundin auf dem Geburtstag getroffen. Wir hatten uns
stundenlang unterhalten und eigentlich haben wir uns auch sehr gut – mehr als
nur gut – verstanden. Bevor ich gegangen war, hatte er mir seine Nummer gegeben
und mich gebeten, mich mal bei ihm zu melden. Ich habe mich nie bei ihm
gemeldet. Das war seine Masche, hatte ich mir eingeredet, dass macht der doch
mit jeder!
Jetzt stand er vor mir und hielt mir seine ausgesteckte
Hand hin, die ich ergriff und mich von ich schwungvoll hochziehen ließ. Etwas
zu schwungvoll. Denn dieses Mal stolperte ich vorwärts und stieß gegen seine
muskulöse Brust.
„‘tschuldigung“, murmelte ich und wich sofort einen Schritt zurück.
„‘tschuldigung“, murmelte ich und wich sofort einen Schritt zurück.
„Nichts passiert“, erwiderte er und grinste mich an. „Du
hast dich nicht bei mir gemeldet.“
„Nein“, antwortete ich schlicht und etwas verlegen,
dachte aber auch nicht daran mich näher darüber auszulassen.
„Wieso?“, fragte er. Es war komisch, denn er sah
sichtlich betrübt aus. Sofort tat es mir leid, dass ich mich nicht gemeldet
hatte, aber ich hatte wirklich nicht gedacht, dass er wirklich wollte, dass ich
mich meldete. Na ganz toll! Da interessierte sich einmal ein Typ für mich und
ich nahm es nicht ernst. Wunderbar!
„Also?“, fragte er erneut, weil er wohl glaubte, dass ich nicht mehr antworten wollte. „Wieso hast du nicht angerufen?“
„Also?“, fragte er erneut, weil er wohl glaubte, dass ich nicht mehr antworten wollte. „Wieso hast du nicht angerufen?“
„Ich weiß nicht“, antwortete ich und zuckte mit den
Schultern. „Ich war mir nicht sicher, ob du es wirklich wolltest. Ich dachte es
nicht.“
Er legte den Kopf schief und sah mich verwirrt an: „Das
verstehe ich nicht. Wieso sollte ich dir dann meine Nummer geben?“
„Keine Ahnung. Ich dachte einfach, dass wäre deine Masche
oder so, was weiß ich“, antwortete ich hastig und sah mich unruhig um. Im
Gebüsch hinter uns hörte ich Äste knacken und trockenes Laub raschelte. Eine
Gänsehaut überkam mich und dieses ungute Gefühl, dass uns jemand beobachtete.
Ohne darüber nachzudenken, ergriff ich seine Hand und rannte los. Als ich kurz
einen Blick zurückwarf, sah ich fünf oder sechs lange Schatten, die uns
verfolgten.
„Was ist los?“, fragte er überrascht, rannte aber weiter.
Plötzlich hörte ich Schüsse und beschleunigte automatisch mein Tempo.
„Verflucht! Was ist hier los?“ Ich konnte die Angst in
seiner Stimme hören und seine Hand wurde schwitzig.
„Lauf weiter!“, schrie ich und drückte seine Hand noch
fester. Mein Herz raste und ich verfluchte den Moment, in dem ich beschlossen
hatte, durch den Park zu gehen. So ein Mist! Allein hätte ich vielleicht eine
Chance gehabt, aber mit Taylor hatte ich nicht die geringste Chance.
Wir liefen jetzt auf eine offene Wiese zu, was unsere
Chancen zu überleben verringerten. Plötzlich tauchten vor uns ebenfalls dunkle
Gestalten auf. Abrupt hielt ich an und wirbelte ein paar Mal um meine eigene
Achse. Wir brauchten einen Ausweg!
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